Mit Jugendkulturen menschenrechtliches Handeln stärken

Hip Hop, Rap, Fußball-Fankulturen, Parkour oder Skate­boarding sprechen Jugend­liche an, weil sie an ihrer Lebens­welt orientiert sind. Das nutzen wir in unseren Jugend­kultur­work­shops, in denen wir eine lebens­welt­orientierte politische Bildung mit verschie­denen Jugend­kulturen kombinieren. Gemeinsam mit Jugend­lichen legen wir auf, sprayen, tanzen, skaten und vieles andere mehr. Als anerkannte Träger der politischen Bildung sind wir überzeugt, dass wir mit jugend­kulturellen Zugängen und kreativ praktizierten Jugend­kulturen demo­kratische Haltungen stärken und menschen­verachtende Einstellungen kritisch reflektieren können.

Demokratische Werte erfahren

In unseren Jugendkulturwork­shops werden informelle Lern­räume geschaffen, die ein emanzi­patorisches und kritisches Bewusst­sein fördern. Aber auch die Auseinander­setzung mit gesellschaft­lichen Themen ist ein zentrales Element von Jugend­kulturen.

Werte wie Gerech­tigkeit, Vielfalt, Solidarität oder Mitbe­stimmung, die sonst für Jugend-liche häufig abstrakt bleiben, werden anhand von Jugend­kulturen praktisch erlebbar. Dabei gehen wir von den persönlichen Themen der Jugendlichen selbst aus, die sie in die Workshops mit einbringen und oftmals zunächst nicht als politisch wahrnehmen.
Die Erfahrung, selbst kulturell und politisch mitwirken zu können, kann zudem solida­risches Handeln und die Übernahme von Verant­wortung stärken. Mit einem flexiblen Team zur jugend­kulturellen politischen Bildung arbeiten wir deshalb aufsuchend in Schulen und Jugend­einrichtungen. Dabei reagieren wir insbesondere auf Bedarfe der pädagogischen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und weiteren Phänomenen gruppen­bezogener Menschen­feindlichkeit.

Workshops und Projekttage für Schulen und Jugend(hilfe)einrichtungen

Für uns ist zentral, dass die Jugendlichen selbst wählen können, mit welcher Jugendkultur sie sich im Workshop beschäftigen möchten. Ein Workshop wird jeweils von zwei pädagogischen Fachkräften geleitet, wobei eine in der jeweiligen Jugendkultur versiert ist und die andere aus der politischen Bildung kommt. Es können mehrere Workshops parallel stattfinden und auch mehrtägige Projekttage angeboten werden. Für eine zielorientierte und wirksame pädagogische Arbeit benötigen wir für einen Workshop erfahrungsgemäß sechs Zeitstunden inklusive Pausen. Unser pädagogisches Konzept sieht einen Wechsel von inhaltlichen Impulsen zur Gesprächseröffnung, lebensweltlich orientierten Reflexionen mit der Gruppe und Praxis-Workshops vor. Dabei orientieren wir uns an den Bedarfen der Jugendlichen vor Ort.

Bei der Gestaltung von Schulprojekttagen legen wir Wert auf einen engen Austausch mit den zuständigen Fachkräften vor Ort: Daher kommen wir gerne vorab in Ihre Einrichtung, um die Workshops gemeinsam mit den Jugendlichen auszuwählen, die Gestaltung der Maßnahme zu besprechen und einen Finanzierungsplan aufstellen. Auf Wunsch besprechen wir außerdem aktuelle Bedarfe mit dem Lehrer*innenkollegium und können auch eine Fachkräftefortbildung zum Umgang mit demokratie- und menschenfeindlichen Äußerungen anbieten.

Nachhaltige Unterstützung für die Jugendarbeit vor Ort

Immer wieder erfahren wir, dass unsere Jugendkulturarbeit wirkt und wir dadurch die regionale Jugendarbeit nachhaltig unterstützen können. Unsere partizipativen Angebote für Jugend­liche und deren Erwachsenen­umfeld umfassen: Work­shops, Projekt­tage, Open Spaces, Zukunfts­werkstätten, Peer-to-Peer-Trainings, Sozialraum­begehungen, Situations­einschät­zungen in Bezug auf menschen­verachtende Haltungen und Gewalt sowie Ressourcen­analysen für das jeweilige Umfeld.

Die Workshops im Detail

In unseren Gruppen­angeboten arbeiten jeweils zwei päda­gogische Fachkräfte mit ca. 15 Jugendlichen. Es können mehrere Work­shops parallel stattfinden. Ein Work­shop dauert bis zu sechs Zeitstunden (inkl. Pausen).

Die Angebote

  • sind bundesweit, aufsuchend und mobil.
  • richten sich an Jugendliche etwa ab der 8. Klasse.
  • werden entsprechend der jugend­kulturellen Interessen der Jugend­lichen zusammen­gestellt.

Die Kosten errechnen sich gemäß der Teilnehmenden­zahl, entsprechender Material­kosten sowie des Personals- und Reise­aufwands. Gerne beraten wir zu Möglich­keiten der Finan­zierung und unterstützen bei Anträgen. Zurzeit erhalten wir keine Förderung für diese Maßnahmen.

Wir freuen uns über Ihre Anfrage an info@cultures-interactive.de.

Das passiert in den Jugendkulturworkshops

Die Workshops im Detail

DJing

Du wolltest schon immer mal selbst ausprobieren, was deine Lieblings-DJs auf TikTok machen? Im DJ-Workshop kannst du deine Lieblingsmusik nicht nur hören, sondern selbst auflegen und ausprobieren, wie ein guter Mix entsteht. Außerdem schauen wir auf die Techno-Szene und Clubkultur: Wer kommt rein, wer bleibt draußen und welche Regeln gibt es eigentlich an der Tür?

DJing-Workshop mit Jugendlichen
Foto: Dirk Lamprecht

Fußball-Fankultur

Was macht euren Verein zum Lieblingsverein? Was motiviert so viele, jede Woche im Stadion alles zu geben und was gehört eigentlich alles zu Fankultur? Wir sprechen über Fußball auf dem Platz und auf der Tribüne, über Vereine, Spieler*innen, Fans und die Stimmung im Stadion. Wir schauen uns verschiedene Formen von Fankultur an und gestalten selbst Transparente, Trikots oder andere Fanutensilien. Dabei geht es auch um die Frage, welche Rolle Geschlecht im Fußball spielt – auf dem Platz und auf der Tribüne.

Gaming

Was macht Games spannend? Im Gaming-Workshop erkunden wir verschiedene Spiele-Genres, Gamertypen und digitale Spielwelten. Wir schauen uns an, was eine gute Story oder Quest ausmacht und wie Figuren, Welten und Spiel­mechaniken zusammen­spielen. Mit unserem Spiel Adamara und dem dazugehörigen Editor kannst du deine eigene Geschichte als Spiel umsetzen. Du entwickelst Charaktere, baust eine Welt und probierst aus, wie aus einer Idee ein spielbares Abenteuer wird. Für diesen Workshop sind mindestens zwei Tage nötig!

Selbstbehauptung für Mädchen*

Wie merke ich, wenn eine Grenze überschritten wird? Und wie kann ich deutlich machen, was ich möchte, auch wenn’s mal schwierig ist? Im Selbstbehaup­tungs­workshop für Mädchen* geht es um Grenzen, Selbst­vertrauen und darum, sich in schwierigen Situationen behaupten zu können. Wir probieren verschiedene Situationen aus, sprechen über eigene Erfahrungen und überlegen gemeinsam, was man tun kann, wenn jemand die eigenen Grenzen nicht respektiert oder einen dumm anmacht. Dabei geht es auch darum, wie ihr euch gegenseitig unterstützen könnt.

Graffiti/Streetart

Wie wird aus einer Wand eine Leinwand? Im Graffiti-Workshop geht‘s um die Geschichte von Graffiti und Streetart, verschiedene Styles und die Szene in eurer Umgebung. Wir schauen uns an, wie sich Graffiti verändert hat und welche Themen heute auf Wänden sichtbar werden. Dann geht’s selbst an die Farbe: Wir entwickeln eigene Motive, arbeiten mit Stencils und Spraydose und probieren verschiedene Techniken aus. Dabei könnt ihr euren eigenen Style entwickeln und herausfinden, was ihr ausdrücken möchtet gerade. Bringt passende alte Kleidung mit, denn Graffiti bleibt ...

Graffiti-Workshop an einer Schule
Foto: cultures interactive

Parkour

Eine Mauer, ein Zaun, eine Bank – plötzlich sieht die eigene Umgebung ganz anders aus. Im Parkour-Workshop wollen wir Hindernisse überwinden, Bewegungen ausprobieren, den eigenen Körper neu kennenlernen und nicht nur neue Tricks lernen. Wir schauen darauf, was wir uns selbst zutrauen, wo die eigenen Grenzen liegen, und wie wir sie Schritt für Schritt erweitern können. Aber auch darum, wer überhaupt mitmachen kann und was das vielleicht auch für unterschiedliche Geschlechter bedeutet. Wir sprechen über euren Ort: Welche Möglichkeiten gibt in eurer Stadt? Was fehlt? Und was können wir verändern?

Rap & Beats

Was braucht’s, damit ein Beat sofort wiedererkennbar wird? Und welcher Sound darf für dich in keinem Track fehlen? In diesem Workshop kannst du selbst Beats bauen und ausprobieren, wie aus einzelnen Sounds ein eigener Track entsteht. Vor allem aber geht’s natürlich um HipHop, seine Elemente, seine Geschichte, aktuelle Themen und unter­schiedliche Artists und Styles. Wir hören genau hin, zerlegen Lyrics, machen cyphern und schauen uns an, wie Sprache, Flow und Beat zusammen­spielen. Dabei bleibt es nicht beim Zuhören: Du entwickelst eigene Lines, probierst Rhymes und Flows aus und arbeitest gemeinsam mit anderen an eigenen Tracks.

Skateboarding

Noch nie auf einem Board gestanden? Oder skatest du schon regelmäßig? Beides passt. Im Skateboard-Workshop kannst du das Board ausprobieren, erste Tricks lernen und mehr über Skateboarding und seine Kultur erfahren. Gemeinsam schauen wir auch auf Skateparks und andere Orte in eurer Umgebung: Was gibt’s schon? Was braucht‘s zum Skaten? Und wie könnt ihr Ort euren mitgestalten?

Skatepark
Foto: Unsplash / Hector Bermudez

Tanzen

Welche Musik läuft bei dir im Alltag? Und was passiert, wenn du dazu tanzt? Im Tanzworkshop kannst du verschiedene Bewegungen und Steps ausprobieren und gemeinsam mit anderen eine eigene Choreografie entwickeln. Vorkenntnisse brauchst du nicht. Wir beschäftigen uns mit Musik, Rhythmus und dem eigenen Körper und probieren aus, wie Bewegung allein oder in der Gruppe funktionieren kann. Dabei geht es nicht darum, etwas perfekt zu können, sondern darum, sich auszuprobieren, Spaß zu haben und in Bewegung zu kommen.